Gotha Dreiwagenzug

Der DDR-Klassiker

Der Dreiwagenzug aus Triebwagen 109 (Typ T2-64) und den beiden Beiwagen 214 und 218 (beide B2-64) gehört seit dem Ausscheiden aus dem Liniendienst im Jahre 1990 zum historischen Inventar der ViP.

 

Alle drei Wagen stammen ursprünglich aus Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und wurden 1965 (109 und 218) bzw. 1969 (214) von der Waggonfabrik Gotha gebaut. Beim NVK (VEB Nahverkehr Karl-Marx-Stadt) trug der Triebwagen die Nummer 820, Beiwagen 214 lief mit der 964 und 218 unter 935. Seit 1969 erhielt der NVK Neuwagen vom Typ T3D bzw. B3D und konnten daher seine Gotha-Zweiachser an andere Städte abgeben. Von der Abgabe in den Jahren 1973-1975 profitierten neben Potsdam auch Rostock (7 Tw und 14 Bw) und Brandenburg (je ein Tw und Bw).

 

Der heute erhaltene Zug war der erste, der im Juni 1987 in einer neuen Lackierung vorgestellt wurde. Das neue, rot-weiße Farbkleid war den Tatra-Wagen angepasst und sollte auf alle Gotha- Wagen angewandt werden. Dazu kam es nicht mehr – eine Lieferung von 80 KT4D aus Berlin führte 1990 zum abrupten Ende des Einsatzes von Gotha-Wagen. Die kurz zuvor vollzogene politische Wende führte dazu, dass erstmals auch die Erhaltung alter Straßenbahnwagen in Potsdam möglich wurde.

Im August 1992 gingen zuerst die beiden Beiwagen an Waggonbau Bautzen zur Aufarbeitung. Zwei Jahre später trat auch der Triebwagen den Weg nach Sachsen an, während die beiden aufgearbeiteten Wagenkästen der Beiwagen nach Potsdam zurückgeführt wurden. Triebwagen 109 konnte im Oktober 1996 wieder in Betrieb genommen werden, während die beiden Beiwagen noch auf ihr Komplettierung warteten.

 

Diese übernahm eine Firma aus Güstrow im Jahre 1997. Bei der Streckeneröffnung in das Kirchsteigfeld am 23. Mai 1998 war das Dreiergespann erstmals wieder öffentlich zu sehen.


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