Die Potsdamer Straßenbahnlinien

Die Straßenbahn fährt nicht nur auf Schienen, sie folgt im Regelfall auch einer festgelegten Linienführung. Potsdam Liniennetz ist sternförmig angelegt, zentraler Punkt ist der Platz der Einheit. Heute weiß jedes Kind, dass die Tramlinien mit einer 9 beginnen, doch das war nicht immer so. Hier erfährst Du alles rund um die Potsdamer Straßenbahnlinien und wie man erfährt, in welcher Bahn man sitzt.

Die Entwicklung des Potsdamer Liniennetzes

Zur besseren Übersicht empfiehlt es sich, die Netzpläne über die Vollansicht zu betrachten.
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Von Linien und ZieLschilderN

Am Anfang waren Farben

Schon bei der Pferdebahn wurden die Fahrgäste über den Linienweg des ihrer Bahn mit Hilfe von Tafeln hingewiesen. Diese waren an der Dachkante der Wagen angebracht. Zusätzlich wies ein Schild auf dem Wagendach auf die Fahrziele hin. Die drei Linien der Pferdebahn trugen noch keine Nummern sondern waren durch Farben gekennzeichnet (grün, rot und weiß).

 

Auch die Elektrische behielt diese Linienkennzeichnung zunächst bei. 1908 kam jedoch mit der neuen Strecke nach Babelsberg auch eine neu Linienkennzeichnung hinzu: die Buchstaben. Es verkehrten also die Linie A (grün), B (rot), C (weiß) und D (blau). Auch an den Wagen der elektrischen waren seitlich Linienschilder angebracht. Zusätzlich gab es in Front- und Heckbereich auf dem Dach drehbare Linienzielkästen.

Die Liniennummern halten Einzug

Im Jahre 1930 kam es erneut zu einer Änderung im Liniensystem. Mit der Eröffnung der Linie zum Schützenhaus hatten die Buchstaben ausgedient. Die Linien wurden ab sofort und bis heute mit Zahlen bezeichnet. Ganze 61 Jahre lang trugen die Potsdamer Straßenbahnlinien Nummern zwischen 1 und 14 (kurze Zeit gab es auch eine Linie 23). 

 

Die Linieninformation wurde nach dem Krieg auf quadratischen Schildern im Fahrgastraum angebracht. Mit den LOWA-Wagen hielt dann auch der Zielfilm Einzug in Potsdam. Der Fahrer konnte nun über eine Kurbel das Fahrtziel an der Wagenfront verändern. Diese Technik wurde auch bei den Tatra-Wagen noch verwendet. Erst mit der Modernisierung der Wagen 1993-95 wurden automatische Zielfilme eingebaut. 

 

Schon 1991 endete die Ära der selbständigen Potsdamer Straßenbahnlinien. In Vorbereitung auf einen Verkehrsverbund mit Berlin wurden zur Abgrenzung zu den Berliner Linien die Potsdamer mit einer 90er Nummer bezeichnet. Dieses System gilt bis heute. 

 

Zielfilme sieht man in Potsdam heute nur noch selten. Mit den Niederflurwagen hielten Matrix- und LED-Anzeigen Einzug, die sehr flexibel jedes beliebige Ziel anzeigen können. Auch ein Großteil der Tatra-Wagen wurde 2015 damit ausgerüstet.

NEtzpläne im Wandel der Zeit

Netzplan Straßenbahn Potsdam 1964

Netzplan des Jahres 1964 (Dank an Justus Knopp)

Netzplan Straßenbahn Potsdam 1972

Netzplan von 1972 (Dank an Justus Knopp)


Netzplan der 1970er / 1980er Jahre

Netzplan von 1989 (eingeführt 1985)


Netzplan von 1992

Netzplan von 1993 (leicht verändert bis 1999)


Netzplan von 2000 (bis heute verwendet)


Liniengeschichte in Schildern

DDR-Fahrplanbücher