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Als nach langen Verhandlungen endlich mit der Elektrifizierung der Pferdebahn begonnen werden konnte, musste man sich auch über die Beschaffung neuer Wagen für den elektrischen Betrieb Gedanken machen. Anfangs nahmen die Verkehrsbetriebe Verhandlungen mit der MAN in Nürnberg auf, entschied sich aber später für Wagen der Waggonfabrik Gottfried Lindner in Ammendorf. Warum der Vertrag mit MAN nicht zu Stande kam, ist ungeklärt.
Bereits im Mai 1907 lieferte Lindner 12 dreifenstrige Triebwagen, welche die Nummern 1 bis 12 erhielten. Sie konnten allerdings noch nicht eingesetzt werden, da sich die Bauarbeiten zur Elektrifizierung hinzogen. Die Triebwagen 1 und 2 waren es, die am 02. September 1907 endlich den elektrischen Verkehr eröffneten.
Die Fahrzeuge selbst stachen durch ihre luxuriöse Innenausstattung hervor. Zwar gab es auch in diesen Fahrzeugen nur Holzbänke, diese jedoch waren mit Sitzdecken behängt, die das Potsdamer Stadtwappen trugen. Außerdem wurden edelste Hölzer für die Innenverkleidung verwendet und die Decken mit Malereien geschmückt, Außen waren die Wagen elfenbeinfarben und mit braunen Zier- und Absatzstreifen versehen. Auch hier prangte das Potsdamer Stadtwappen. Die gesamte technische Ausstattung lieferten die Siemens-Schuckert-Werke Berlin.
Bereits Ende September 1907 wurden weitere Triebwagen (13-22) nach Potsdam geliefert. Zu den Triebwagen hatte die Potsdamer Straßenbahn-Verwaltung auch fünf Beiwagen bestellt, die die Nummern 36 bis 40 erhielten. Die anderen zur Eröffnung vorhandenen Beiwagen (31-35) waren aus Pferdebahnwagen umgebaut worden.
1908 wird der Wagenbedarf wegen der Eröffnung der Strecke nach Nowawes größer. Daher liefert Lindner nochmals sieben Triebwagen (23-29) und zwei Beiwagen (51 und 52). Die Triebwagen unterscheiden sich durch Klappfenster an den Seiten von den bisher gelieferten.
1922 beginnt man mit dem Umbau der Fahrzeuge der ersten Generation. Den Anfang machen die 1908 gelieferten Wagen 23 bis 29, die mit Plattformverglasung ausgestattet werden. Die Seiten bleiben allerdings weiterhin offen. Nach den Inflationsjahren können auch die Wagen 1 bis 22 mit einer Verglasung versehen werden. Hierbei wird allerdings eine durchgehende Frontscheibe verwendet und nicht mehr die dreiteilige (siehe Bild oben). Auch die Triebwagen 23 bis 29 wurden später dieser Bauart angepasst. Ab 1922 wurden alle Bahnen mit der, für Potsdam lange charakteristischen braun-weißen Lackierung versehen.
1938 wurden alle Wagen dieser Baureihe mit neuen Motoren versehen. Dabei stieg man von den bisher verwendeten 24kW-Motoren auf 38kW starke Motoren um. Bereits 1932 hatte man die Wagen 1 und 2 für den Betrieb auf der steigungsreichen Schützenhaustraße derart umgerüstet. Außerdem erhielten die Wagen Scheibenwischer, Rückleuchten und Richtungsanzeiger.
Während des II. Weltkrieges ging ein großer Teil dieser Wagen verloren. Beim Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 gingen die Wagen 4,12,16,17,19, 20,22 und 23 im Betriebshof Holzmarktstraße verloren. Einzig Wagen 20 wurde aus Resten des Wagens 22 wieder aufgebaut.
1954 begann für elf Triebwagen eine weitere Modernisierung. Da in nächster Zeit nicht mit Neuwagen zu rechnen war, wurden die Triebwagen 3, 5, 6, 9, 14, 15, 18 und 26-29 noch einmal komplett generalüberholt. Dabei wurden die offenen Plattformen geschlossen und das Laternendach vorn und hinten herunter gezogen. Währen die übrigen Wagen bis 1958 verschrottet worden waren, liefen die umgebauten Fahrzeuge noch bis Ende der 60er Jahre. Als Arbeitswagen hielten die Triebwagen 15 (302), 27 (301) und 29 (303) sogar bis 1971 durch.
Leider versäumte man es, einen Wagen dieses Typs zu erhalten, obwohl noch 1971 drei dieser Wagen als ATW vorhanden Waren. Bis heute ist allerdings die Lore 311 erhalten geblieben. Hierbei handelt es sich zwar um das Fahrgestell eines Beiwagens, trotzdem dient sie als Grundlage für den Wiederaufbau eines Triebwagens der ersten Generation, der derzeit im Gange ist.
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