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DER COMBINO IM EINSATZ IN POTSDAM

Als der Verkehrsbetrieb Potsdam 20.12.1996 den Vertrag mit der Firma Siemens über den Kauf von 48 Wagen des Typs “Combino” unterschrieb, ahnte niemand, welche Probleme diese Fahrzeuge mit sich bringen würden. Nach dem Ankauf von 16 Fahrzeugen trat die ViP später vom Vertrag zurück, nachdem die Pannenserie nicht abreißen wollte. Zweifelhafter Höhepunkt der “Combino-Krise” war die Rückrufaktion aller 450 weltweit eingesetzten Combinos im März 2004.

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DIE VORGESCHICHTE

Am 4. September 1996 schreibt die ViP europaweit 48 niederflurige Straßenbahnwagen aus. Bereits einen Monat später finden Probe- und Vorführfahrten mit drei Wagen verschiedener Hersteller statt. Darunter befindet sich auch der Combino von Siemens.

Die Geschichte dieses Fahrzeuges, welches seinen Anfang als Projekt “NF 100” nahm, reicht zurück bis in das Jahr 1994. Damals begannen Siemens Verkehrstechnik und die DÜWAG mit der Entwicklung eines neuen Niederflurkonzeptes. Dabei geht es darum, dass durch die Verlegung der gesamten Elektrotechnik auf das Dach des Wagens, Komponenten wie Front-, Mittel- und Laufmodule zu 100% niederflurig ausgelegt werden können. Das wirklich Neue sind aber die recht umfangreichen Kombinationsmöglichkeiten, die dank der Modulbauweise umgesetzt werden können.
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Am 3. Juli 1996 wurde das neue Fahrzeug, welches ab sofort den Namen “Combino” trug, im Werk Düsseldorf vorgestellt. Danach begann man mit Vorführfahrten in Düsseldorf, Berlin, Wien, Barcelona, Erfurt und Basel. In Potsdam war das Fahrzeug vom 1. Juli bis 25. August 1997 zu Testzwecken unterwegs. Bereits im Dezember 1996 hatte die ViP den Vertrag zum Kauf dieses Fahrzeuges unterschrieben.

Im September 1997 beginnt man in Düsseldorf mit dem Bau des ersten Combinos (401-Potsdam), der genau ein Jahr später sein internes Roll-out hat. Am 9. Oktober 1998 erreicht das Fahrzeug dann Potsdam und wird in einer werbewirksamen Hülle auf Probe- und Einstellfahrt “auf Strecke” geschickt. Mit einem spektakulären Roll-out am Nauener Tor, wird am 22.10.1998 das Niederflurzeitalter in Potsdam eingeleitet. Bis Ende des Jahres sind dann vier dieser Fahrzeuge im Einsatz (401-404).

 

 

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Schema Combino
Combino in ViP-Lackierung

 

 

 

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Technische Daten

  • Wagenkastenlänge: 30 520 mm
  • Wagenkastenbreite: 2300 mm
  • Wagenkastenhöhe: 3510 mm
  • Sitzplätze: 69
  • Motorleistung: 4 * 100 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
  • Leergewicht: 31 t

 

 

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Der Fahrzeugaufbau

Die entscheidende Neuerung bei den Bahnen des Typs “Combino” ist ihre modulare Bauweise, die es dem Kunden erlaubt, sich selbst ein Fahrzeug nach seinen Vorstellungen zusammen zu stellen.


Auch der Wagenkasten der Potsdamer Combinos ist aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt. Hierbei handelt es sich um ein fünfteiliges Fahrzeug mit vier Gelenken auf drei achslosen Drehgestellen. Der Kasten selbst besteht aus einer geschweißten Alu-Konstruktion als Bodenteil, auf dem ein Gerüst aus Aluminum-Profilen verschraubt ist.

Das Gerüst verfügt über End-, Fenster- und Türsäulen, auf die wiederum die Seitenbeplankung geschraubt wird. Das Dach ist eine vorgefertigte Sandwich-Konstruktion aus Aluminium und Hartschaum, die komplett vorgefertigt wird.

 

 

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Die Serienlieferung

Die ViP plante die Umstellung des gesamten Wagenparks auf die 48 Combinos bis zum Jahre 2008, wobei jedes Jahr ca. 4 Fahrzeuge ausgeliefert werden sollten. Mit dem Desaster vom 12. März 2004 endete aber die Geschichte der Potsdamer Combinos, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Trotz allem haben immerhin 16 Fahrzeuge ihren Weg bis nach Potsdam gefunden, wo sie nach einer Nachrüstung wieder im Einsatz stehen. Das Sanierungsprogramm für die Serienwagen endete am 12. Dezember 2008 mit der Anlieferung von Combino 413. Mit der Inbetriebnahme von Combino 400, dem Prototypen, für den Liniendienst, sind nun siebzehn Combino im Einsatz.

Auch die Entscheidung für ein Nachfolgemodell ist inzwischen gefallen. Ab der Jahreswende 2010/2011 wird der Potsdamer Wagenpark mit Variobahnen der Firma Stadler erneuert.

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Wagenparkstatistik der Potsdamer Combinos

Nr.

Name

Baujahr

Bemerkungen

400

-

1996

Prototyp, 2001 zu HTW, 04/08 zur Sanierung in Krefeld und Leipzig, Einsatz im Liniendienst seit 01/09, 09/10 Unfall

401

“Potsdam”

1998

 saniert seit 09/08

402

“Augsburg”

1998

 saniert seit 08/08

403

“Freiburg i. Br”

1998

 saniert seit 08/08

404

“Hiroshima”

1998

 saniert seit 08/08

405

“Nordhausen”

1999

 saniert seit 10/07

406

“Erfurt”

1999

 saniert seit 12/07

407

“Basel”

1999

 03/07 Unfall, 01/07 wieder in Betrieb  /             saniert seit 07/08

408

“Düsseldorf”

1999

 saniert seit 01/08

409

“Melbourne”

2000

 saniert seit 10/07

410

“Amsterdam”

2000

 06/07 Unfall, saniert seit 04/08

411

“Bern”

2000

 saniert seit 02/08

412

“Ijburg”

2000

 saniert seit 03/08

413

“Lichterfelde”

2001

 06/05 Unfall / 03/07 wieder in Betrieb /             saniert seit 12/08

414

“Charlottenburg”

2001

 saniert seit 09/08

415

“Mödling”

2001

 saniert seit 11/08

416

“Offenbach”

2001

 saniert seit 11/08

 

 

 

 

Die Bemerkung “saniert seit” bezieht sich auf die Anlieferung nach der Sanierung bei Siemens. Die Inbetriebnahme erfolgte i.d.R. ca. 6 Wochen später.

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